Lehren aus der Pandemie ziehen

19. Mai 2020

Investitionsprogramme für öffentlich zugängliche Einrichtungen

Aktuell verzeichnet bereits eine Mehrheit der Ingenieur- und Architek-turbüros negative Auswirkungen der Corona-Epidemie. Drei Viertel von ihnen erwarten ab dem 2. Halbjahr eine erhebliche Abschwächung der Auftragslage und finanzielle Einbußen. Diese Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage Mitte April zeigen: Beim Planen und Bauen schlagen die Krisenfolgen zeitversetzt zu Buche.

Die Coronakrise hat fast alle Wirtschaftsbereiche stark, zum Teil dramatisch getroffen. Neben den kurzfristigen Hilfsmaßnahmen, für die sich die Politik zweifellos engagiert und zutreffend einsetzt, sollte der Blick nun fest auf notwendige Maßnahmen gerichtet werden, die mittel- und längerfristig in dieser Krise helfen können.
„Schon jetzt ist abzusehen, dass die Auslastungsprobleme im Planungswe-sen mit zeitlicher Verzögerung auftreten werden. Daher ist es wichtig, heute schon die Auswirkungen der Krise in der Zukunft im Blick zu haben. Denn Planungskapazitäten, die jetzt abgebaut werden, haben Auswirkungen auf wichtige und dringend benötigte Infrastruktur- und Hochbauprojekte von morgen“, sagt Dr. Frank Rogmann, Präsident der Ingenieurkammer des Saarlandes.

„Wenn nicht geplant wird, wird nicht gebaut“, ergänzt Alexander Schwehm, Präsident der Architektenkammer des Saarlandes. „Es sollen sinnvolle In-vestitionen der öffentlichen Hand getätigt werden, und zwar dort, wo diese infolge der Corona-Krise unabdingbar geworden sind. Wie z.B. der Umbau und die Erweiterung von Schulen und Kindergärten, Wohnungsbau und Inf-rastruktur, damit notwendige Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden können. Die Architektur- und Ingenieurbüros sind für diese Umbau-maßnahmen die richtigen Ansprechpartner.“

Mit Blick auf die Erwartungen der Virologen, dass vergleichbare Pandemien zukünftig häufiger auftreten könnten, sollten Lehren aus der Krise gezogen werden. Nicht nur in Gesundheitseinrichtungen, wie Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, und öffentlichen Gebäuden besteht baulicherseits Hand-lungsbedarf, auch der öffentliche Raum, respektive Straßen und Plätze, werden sich verändern müssen. Bei den anstehenden Sanierungsaufgaben sollten die jetzigen Erkenntnisse zu Abstands- und Hygieneregeln bei der baulichen Gestaltung Berücksichtigung finden.

Aus Sicht der beiden Kammern sind Investitionen der öffentlichen Hand in doppelter Hinsicht geboten: dringend benötigte Infrastruktur- und Hochbau-projekte dürfen nicht ins Stocken geraten und es sind Maßnahmen zu tref-fen, um die Zukunft nicht nur der planenden Berufe über die kommenden Monate hinaus zu sichern.

Die gemeinsame Pressemitteilung der Architektenkammer des Saarlandes und Ingenieurkammer des Saarlandes, können Sie hier abrufen:

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